Produktfeed für ChatGPT Ads: Karussell und Shopping-Formate
Die gute Nachricht zuerst: Wer einen Google-Shopping-Feed pflegt, hat den größten Teil der Arbeit hinter sich. OpenAI nimmt dieses Format direkt an, und für Werbe-Feeds kommt genau ein Pflichtfeld dazu. Die Fallstricke liegen woanders, nämlich beim Weg in den Katalog, bei der Trennung von bezahltem und organischem Produkt-Traffic und bei einer Verwechslung, die in vielen deutschen Beiträgen steckt.
Shopping und Ads sind zwei Dinge
In ChatGPT können Produkte auf zwei Wegen auftauchen, und sie werden in Beiträgen zum Thema ständig vermischt. Organisch geschieht das über ChatGPT Shopping, die Produktsuche ohne Klickkosten. Bezahlt geschieht es über eine Feed-Kampagne in ChatGPT Ads, aus der das Produkt-Karussell entsteht. Die beiden Wege haben verschiedene Zugänge, verschiedene Länder und verschiedene Merkmale in der Landing-URL.
| Punkt | ChatGPT Shopping | ChatGPT Ads mit Feed |
|---|---|---|
| Was es ist | Organische Produktsuche in ChatGPT. | Bezahlte Feed-Kampagne mit Produkt-Karussell. |
| Verfügbarkeit | Nur USA. | Ausweitung auf 31 europäische Länder am 18.08.2026 angekündigt, Deutschland und Österreich namentlich. |
| Aufnahme | Bewerbung über chatgpt.com/merchants mit Warteliste. | Feed im Ads Manager, Kampagne im eigenen Werbekonto. |
| Merkmal in der Landing-URL | oppcref, als Kleinbuchstaben-UUID. | oppref, die Klick-ID. |
| Kosten | Keine Klickkosten. | CPM oder CPC, je nach Objective. |
Praktisch heißt das: Ein deutscher Shop kann sich für die organische Produktsuche derzeit nicht anmelden, für Feed-Kampagnen dagegen vorbereiten. Wer eine Anleitung liest, die beides in einem Ablauf beschreibt, sollte prüfen, welchen der beiden Wege sie eigentlich meint.
Zurück zum Überblick: ChatGPT Ads, der Leitfaden zum DACH-Start.
Dein Google-Feed passt fast
OpenAI hat sich beim Feed-Schema an Google angelehnt und nimmt Google-Shopping-Feeds direkt an. Ein zweiter Datenbestand ist also nicht nötig, und die Pflege bleibt an der Stelle, an der sie heute liegt. Die folgenden Punkte sind das, was beim Übernehmen tatsächlich abweicht.
| Punkt | Was gilt |
|---|---|
| Zusätzliches Pflichtfeld | is_ads_eligible als Boolean in Kleinschreibung. Nicht is_ads_enabled. Der ältere Alias is_eligible_ads wird noch gelesen. |
| Kodierung und Trennzeichen | UTF-8, durch Tabulator oder Komma getrennt. |
| Spaltennamen | Kleinschreibung mit Unterstrichen, ohne das Präfix g: aus dem Google-XML. |
| Nicht unterstützt | XML und RSS. |
| Mehrere Bilder | Das Feld additional_image_link wird mit Komma getrennt. |
| Von OpenAI überschrieben | Die Checkout-Eignung wird abgeschaltet, der Händlername im Feed wird überschrieben. |
Der Feldname für die Werbe-Eignung ist die Stelle, an der beim Aufbau am häufigsten Zeit verloren geht. Er lautet is_ads_eligible. In Anleitungen taucht is_ads_enabled auf, dieses Feld existiert nicht, und ein Feed damit läuft ohne erkennbaren Fehler, nur ohne Auslieferung.
Wie der Katalog zu OpenAI kommt
Der Upload läuft über SFTP im Feeds-Bereich des Ads Manager. Eine öffentliche Schnittstelle, um einen Feed anzulegen, gibt es nicht. Wer aus einem Shopsystem heraus automatisieren will, automatisiert also die Dateiablage, nicht einen API-Aufruf.
Beim Dateiformat bevorzugt OpenAI parquet und nimmt daneben jsonl.gz, csv.gz und tsv.gz an. Einen vollständigen Stand des Katalogs erwartet OpenAI mindestens täglich. Große Kataloge werden in Teildateien zerlegt, bis 500.000 Artikel und etwa 500 MB je Datei.
Für laufende Änderungen gibt es daneben einen Delta-Weg. Damit aktualisierst du Verfügbarkeit, Titel und Preise einzelner Produkte, ohne den kompletten Katalog erneut zu schicken. Für einen Shop mit häufigen Preisänderungen ist das der Unterschied zwischen einem Karussell, das den aktuellen Preis zeigt, und einem, das den von gestern zeigt.
Aufbau einer Feed-Kampagne
Eine Feed-Kampagne unterscheidet sich von einer Kampagne mit Textanzeige in vier Punkten. Wer Shopping-Kampagnen bei Google kennt, findet den Aufbau vertraut.
| Punkt | Was gilt |
|---|---|
| Kampagnen-Modus | product_feed statt einer Textanzeige. |
| Produktauswahl | Ein Product Set mit Filtern auf den Feldern deines Feeds. Darüber steuerst du, welcher Ausschnitt des Katalogs läuft. |
| Anzeigenvorlage | Ein product_ad_template mit Platzhaltern, die aus dem Feed gefüllt werden: {{product.title}}, {{product.body}} und {{product.price}}. |
| Zielseite | Die URL aus dem Feed, samt der Tracking-Parameter, die du dort hinterlegst. |
Die Anzeigenvorlage zieht Titel, Beschreibung und Preis aus dem Feed. Was im Karussell steht, entscheidet sich damit in deinen Produktdaten und nicht in der Kampagne. Ein Katalog mit uneinheitlichen Titeln fällt hier stärker auf als in der Shop-Suche.
Feed- und Textanzeigen getrennt auswerten
Dieser Schritt kostet beim Anlegen wenige Minuten und spart später viel Arbeit im Reporting. OpenAI erlaubt ausdrücklich eigene Tracking-Parameter in der URL im Feed. Damit hängst du an jeden Produktlink ein eigenes Merkmal, zum Beispiel utm_medium=feed.
Der Gewinn daraus: Der Feed-Weg wird deterministisch erkennbar, unabhängig von der Klick-ID. Dein Reporting kann Karussell-Klicks von Klicks auf Textanzeigen trennen, und du siehst, welches der beiden Formate die Bestellungen bringt. Ohne dieses Merkmal liegen beide im selben Topf, und die Frage, ob sich der Aufwand für den Feed gelohnt hat, lässt sich nicht beantworten.
Bei der Trennung von bezahlt und organisch kommt es auf zwei Merkmale an, die leicht verwechselt werden. Die Klick-ID oppref markiert den bezahlten Klick. Die Referenz oppcref markiert den organischen Commerce-Weg und kommt ebenfalls als Parameter in der Landing-URL an. Wer oppcref als bezahltes Signal auswertet, rechnet organischen Produktsuch-Traffic dem Werbekanal zu und verschlechtert dessen Kosten pro Bestellung rechnerisch, ohne dass sich an den Kampagnen etwas geändert hätte.
Wie die Klick-ID in dein Setup kommt: ChatGPT Ads Conversion Tracking einrichten. Warum Käufe nach einem ChatGPT-Kontakt woanders landen: Die Attributionslücke bei ChatGPT Ads.
Instant Checkout gibt es nicht mehr
OpenAI hat Instant Checkout am 24.03.2026 eingestellt und auf Produktsuche umgestellt. Gekauft wird wieder im Shop des Händlers, und der Kaufabschluss innerhalb von ChatGPT ist damit kein Thema mehr, weder organisch noch in der Werbung.
Dass sich diese Angabe hartnäckig hält, hat einen nachvollziehbaren Grund: Die Spezifikation des Agentic Commerce Protocol steht weiterhin ohne einen Hinweis auf die Einstellung online. Sie ist ein offener Standard und nicht auf ChatGPT beschränkt. Für die Planung eines Feeds bedeutet das: Felder rund um die Checkout-Eignung sind für diesen Kanal ohne Wirkung, und OpenAI schaltet sie auf dem Google-kompatiblen Weg ohnehin ab.
Was offen bleibt
Zwei Punkte lassen sich zum Produktfeed derzeit nicht beantworten.
Wann ChatGPT Shopping über die USA hinausgeht, ist nicht bekannt. Ein Termin für den deutschsprachigen Raum liegt nicht vor, und die Aufnahme läuft weiterhin über eine Bewerbung mit Warteliste. Wer den organischen Weg einplant, plant mit einem unbestimmten Datum.
Auch beim Self-Serve-Zugang für Werbekonten in der EU gibt es keinen Termin. OpenAI sprach von einem Zeitpunkt im Lauf des Sommers, ohne ein Datum zu nennen. Am 20.08.2026 war der Ads Manager in neun Ländern verfügbar, in keinem davon in der EU. Diese Seite wird nachgeführt, sobald sich daran etwas ändert.
Häufige Fragen zum Produktfeed für ChatGPT Ads
Brauche ich einen neuen Produktfeed für ChatGPT Ads?
In aller Regel nicht. Das Feed-Schema von OpenAI ist Google-kompatibel, und OpenAI nimmt Google-Shopping-Feeds direkt an. Für Ads-Feeds kommt genau ein Pflichtfeld dazu: is_ads_eligible, als Boolean in Kleinschreibung. Es heißt nicht is_ads_enabled, dieser Name kursiert in Anleitungen und existiert nicht. Der ältere Alias is_eligible_ads wird noch gelesen.
Wie lade ich den Katalog hoch?
Über SFTP im Feeds-Bereich des Ads Manager. Eine öffentliche Schnittstelle zum Anlegen von Feeds gibt es nicht, der erste Upload ist also ein manueller Schritt. Für laufende Änderungen an Verfügbarkeit, Titeln und Preisen existiert dagegen eine Delta-Schnittstelle, mit der du einzelne Produkte aktualisierst, statt den ganzen Katalog neu zu schicken.
Welches Dateiformat soll ich nehmen?
OpenAI bevorzugt parquet und nimmt daneben jsonl.gz, csv.gz und tsv.gz an. Einen vollständigen Stand des Katalogs erwartet OpenAI mindestens täglich. Sehr große Kataloge werden in Teildateien zerlegt, bis 500.000 Artikel und etwa 500 MB je Datei.
Läuft ChatGPT Shopping jetzt auch in Deutschland?
Nein, und das ist die Verwechslung, die in vielen deutschen Beiträgen steckt. ChatGPT Shopping ist die organische Produktsuche, sie läuft weiterhin nur in den USA, und die Aufnahme erfolgt über eine Bewerbung mit Warteliste. ChatGPT Ads mit Feed-Kampagnen ist der bezahlte Weg, und dessen Ausweitung hat OpenAI am 18.08.2026 für 31 europäische Länder angekündigt, Deutschland und Österreich namentlich. Wer beides zusammenwirft, plant mit einem Kanal, den es hier nicht gibt.
Kann ich über ChatGPT direkt verkaufen?
Nein. OpenAI hat Instant Checkout am 24.03.2026 eingestellt und auf Produktsuche umgestellt. Gekauft wird wieder im Shop des Händlers. Ältere deutsche Beiträge behaupten weiterhin das Gegenteil, weil die Spezifikation des Agentic Commerce Protocol ohne Hinweis auf die Einstellung online steht.
Wie trenne ich Feed-Traffic im Reporting von Textanzeigen?
OpenAI erlaubt eigene Tracking-Parameter in der URL im Feed. Damit hängst du an die Produktlinks ein eigenes Merkmal, etwa utm_medium=feed, und erkennst den Feed-Weg deterministisch, ohne auf die Klick-ID angewiesen zu sein. Das ist die einfachste Stelle, an der du dir späteren Aufwand im Reporting ersparst, und sie kostet beim Anlegen des Feeds ein paar Minuten.
Was ist der Unterschied zwischen oppref und oppcref?
Sie markieren zwei verschiedene Wege. oppref ist die Klick-ID des bezahlten Klicks. oppcref steht für eine Referenz aus dem organischen Commerce-Weg und kommt als Parameter in der Landing-URL an, als Kleinbuchstaben-UUID. Wer beide in denselben Topf wirft, macht organischen Produktsuch-Traffic rechnerisch zu bezahltem und verzerrt damit die Kosten pro Bestellung im Werbekanal.
Ändert OpenAI etwas an meinen Feed-Daten?
Bei Katalogen, die über den Google-kompatiblen Weg kommen, schaltet OpenAI die Checkout-Eignung ab und überschreibt den Händlernamen im Feed. Wer den Feed also auf beiden Plattformen gleich befüllt, muss sich über diese beiden Felder keine Gedanken machen, sollte aber wissen, dass die Werte bei OpenAI nicht das sind, was er geliefert hat.
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